GR10 und GR108 16.08.2015 von Gabas in den Nationalpark


Als ich den Topo-Guide für die Recherche für diesen Weg bestellt hatte, habe ich nicht damit gerechnet, dort gleich drei Übergänge über die Gebirgskette zu finden. Umso erfreuter war ich , als ich feststellte, dort die Beschreibung und die Karten über die Strecke zum Col des Moines zu finden. Bis dahin wußte ich nicht, daß diese Strecke schon zum Wegenetz der Jakobspilger in unserer heutigen Zeit gehört, denn auf den Pilgerausweisen ist dieser Übergang nicht eingezeichnet.
Hinter Gabas gabelt sich der GR108 Richtung Col des Moines und der GR108 Richtung Col de Peyrelue zur Port Vieux de Sallent. Dieser Weg führt weiter über Portalet, Formigal, Sallent, Lanuza, Panticosa, Pueyo de Jaca, Hoz de Jaca, Biescas, Oliván, Sabiñánigo nach Jaca, wo beide Wege wieder zusammenkommen. Über diese Alternative fehlt uns heute noch jede Menge an Information ab der spanischen Grenze, in Jaca konnten wir nur eine Übersichtskarte finden. Das war auch gut so, denn ansonsten hätten wir uns wegen der geringeren Steigung für die Strecke über Sallent entschieden.

GR10 16.08.2015 auf dem GR 10

wahrscheinlich ein Königsadler


Als wir heute morgen die Straße von Gabas Richtung Nationalpark hochliefen wunderten wir uns warum so furchtbar viele Autos an uns vorbeifuhren, da wir doch wußten: Diese Straße endet in einer Sackgasse kurz vor der französisch-spanischen Grenze. Als wir die hinter der letzten Kurve vor dem Nationalpark waren kamen wir an einem riesigen Parkplatz vorbei, davor war eine Schranke, durch die nur wir Fußgänger kostenlos durch durften. Von der ersten Anhöhe aus konnten wir auch den Camping-Platz sehen, der hauptsächlich von Wohnmobilen genutzt wurde. Auf uns kamen Horden von Tagesausflüglern zu, die uns alle überholten.

Unsere erste Rast an diesem Tag haben wir einem Wohnwagen zu verdanken, der in der Nähe des dortigen Stausees steht. Dort bekamen wir frischen Kaffee, wir kamen an einem Viehauftrieb vorbei und eine Kuh blickte mir direkt in die Kamera.

Unsere zweite Rast hatten wir schon bald, als wir an den Abzweig zum GR10 kamen, der uns zu unserem heutigen Tagesziel führt.

GR10 16.08.2015 von Gabas zum Refuge d'Ayous

Unser angestrebtes Ziel, die Refuge d'Ayous liegt zwar nicht auf dem Jakobsweg, bietet uns aber Unterkunft, was auf dieser Etappe selten ist. Wir hätten zwar auch irgendwo anders im Nationalpark campen können, aber das ist nur erlaubt, wenn man sein Zelt maximal eine Stunde entfernt von einer befahrbaren Straße aufschlägt. Unsere Kilometer pro Stunde sind hier sehr wenig, also in unmittelbarer Nähe einer Straße. Sehr weit wären wir nicht gekommen.
Der GR108 und der GR10 sind beide Teile eines Rundwanderweges durch diesen Teil des Nationalparks, der Rundwanderweg bringt uns dann morgen wieder an den GR108.

Gabas bis Bious-Oumette 3 km (bis Bious-Oumette kann man auch mit dem Bus fahren, das ist scheinbar der Parkplatz vom Nationalpark)
Bious-Oumette bis pont de Bious 2,6 km (wahrscheinlich der Wohnwagen mit dem Kaffee
pont de Bious bis la bifurcation vers Ayous 4,5 km
Abzweig vom GR108 bis Ayous 2 km

GR10 16.08.2015 Camping beim Refuge d'Ayous


Zwar konnten wir bis jetzt auf der gesamten Tour außer den zwei Adlern oder Geiern nur Kühe, Rinder, Esel und Schafe sehen und hatten uns mehr Wildtiere erhofft, aber trotzdem sind wir von dieser Tour bis jetzt begeistert. Tina ist mächtig stolz auf sich, trotz Astma diese Höhen erreicht zu haben und beichtet mir am Abend, daß ihr Arzt sie aufgefordert hatte, auch mal richtig in den Bergen zu wandern und nicht nur im Flachland. Bisher hatte sie sich das nie zugetraut, diese Schwelle ist nun durchbrochen.
Unser kleines Zwei-Personen-Zelt passt hier wunderbar auf den Campingplatz, hier sind sogar ganze Familien mit Kindern, die ihre Siebensachen hier raufgeschleppt haben, sich dabei aber auf das Wesentlichste konzentriert haben. Ich bin froh, daß dieses kleine 1 kg schweres Zelt mit in meinen Rucksack reinpasst und nicht wie bei den anderen außen angebunden ist. Der Rucksack läßt sich so besser tragen. Die Gruppe hier auf dem Platz ist bunt, neben mehreren Jugendgruppen finden sich einsame Wanderer und Familien auf diesem Platz ein. Wir sind froh, daß wir uns angemeldet haben. Der Platz ist zwar groß genug für etliche Zelte, aber das Essen ist hier sehr begrenzt. Vor dem Abendessen genießen wir noch einmal aus unserer Notration Feigenbrot mit dem Rest Bagette, welches vor zwei Tagen übrig geblieben war und machen daraus eine leckere Mahlzeit.

GR10 16.08.2015 Refuge d'Ayous

Dieser Esel hier vollbringt täglich Glanzleistungen, denn er schafft all die Lebensmittel für die Mahlzeiten der Wanderer im Refuge und auf dem Campingplatz heran. Hier gibt es weit und breit keine befahrbare Straße und die Herberge wird komplett durch dieses Tier mit Lebensmitteln versorgt.
Der See bei der Herberge und dem Campingplatz lädt einige zum Baden ein, aber wir verzichten sogar auf eine Dusche, denn wir rechnen mit einer sehr kalten Nacht und wollen uns nicht unterkühlen. Die anderen Camper hier haben alle eine Wollmütze auf dem Kopf, die uns nicht zur Verfügung steht. In weiser Voraussicht habe ich ein Inlet für meinen Schlafsack mit und auch eine Erste-Hilfe-Decke gegen die Kälte. Beides wiegt fast nichts und ist ein guter Temperaturschutz. Außerdem ziehe ich meine Baumwoll-Handschuhe an, die ich eigentlich als Sonnenschutz gegen Sonnenbrand geplant hatte.

GR108 16.08.2015 Lac d'Ayous


Diese Etappe war atemberaubend schön, anstrengend und aufregend. Hinter jedem Berg, hinter jedem Paß bot sich eine noch schönere Aussicht und wir machten öfters Pause als je zuvor. Mindestens jede Stunde sitzen wir irgendwo, verschnaufen, fotografieren und genießen das Panorama.

Wir lassen alle anderen Wanderer vorbei und sind froh, soviel Zeit im Gepäck zu haben.
Den anderen auf dem GR108 entgeht dieser schöne Anblick im Abendlicht.

Im Refuge sehen wir ein Hinweisschild, daß es dort keine Müllentsorgung gibt. Jeder ist verpflichtet, seinen eigenen Müll wieder mitzunehmen, damit der Park sauber bleibt. Dieser Park gehört zu den wenigen Fleckchen auf unserem Globus, wo sich jeder an diese Weisung hält. Auch bleibt jeder auf den ausgewiesenen Wegen aus Angst sich zu verlaufen. Für die Tierwelt ist das auch dringend notwendig, Tagsüber geht es hier zu wie auf dem Jahrmarkt, die Tiere verstecken sich vor den vielen Menschen hier. Erst abends kehrt Ruhe ein.

GR108 15.08.2015 Goust bis Gabas

Unterwegs werden wir immer wieder gewarnt, im Ossau baden zu gehen, dieser könne in sekundenschnelle etliche Meter ansteigen. Uns ist sowieso nicht nach Baden zumute, außerdem ist der Fluss zu reißend und die Böschung zu steil.
Die Wege sind steinig, steil und glitschig und gehören zumindest für mich zu den schönsten Strecken, die nur noch durch den Nationalpark übertroffen wurden.

GR108 15.08.2015 Eaux-Chaudes bis Gabas

Unsere heutige Etappe von Eaux-Chaudes über Goust nach Gabas ist nur 10 km lang. Das hört sich wenig an, dafür war der Weg umso schöner. Wir haben fast den ganzen Tag den Ossau neben oder weit unter uns gelassen. Heute morgen lag das Dorf wieder in einer Wolke, aber je höher wir kamen, desto trockener wurde es.
Der Weg heute war wieder glitschig, so daß wir sehr auf den Weg achten mussten. Einige Male ging es wieder unter umgefallenen Bäumen hinweg, Tina musste sogar einmal ihren Rucksack absetzen und mir über den Baum anreichen.

Einmal haben wir uns verlaufen, das erste mal weil und das auch nur, wir uns zu sehr auf den Weg konzentriert hatten.

GR108 15.08.2015 Eaux-Chaudes bis Gabas


Der Fluss kreuzt manchmal unseren Weg und ich habe die Überquerung auf dem Hosenboden vollzogen und andere Male haben wir wieder die Hände zur Hilfe genommen.

Irgendwie ist es mir unterwegs gelungen, die Bindung meiner Wanderstöcke zu reparieren, als ich endlich verstanden hatte, daß sie wie Dübel funktionieren und einfach nur überdreht waren. Das ist auch gut so, denn die Stöckchen hier sind unsere Lebensversicherung.

Seit dem Abzweig auf den GR108 begleitet uns die Jakobsmuschel auf blauem Grund und ist noch sehr gut erhalten. Die neue blau-gelbe Markierung in Streifen ist auch manchmal zu sehen, die wir dieses Jahr das erste mal auf dem Jakobsweg in Frankreich finden.

GR108 15.08.2015 Eaux-Chaudes bis Gabas


Zwar wußten wir vorher schon, daß dieser Weg schön ist, aber auf solch märchenhafte Wege waren wir nicht gefaßt. Der Ossau kommt wie ein Wasserfall den Berg herunter, schäumt und macht ein irres Getöse, welches so laut wie eine Autobahn ist.

Wir sind froh, uns so kurze Etappen gesteckt zu haben. Für erfahrene, sportliche Bergwanderer mag das vielleicht langweilig klingen, aber wir bleiben an jeder Ecke stehen, verschnaufen und machen Fotos. Und das ist auch gut so.

Es wäre schade, an diesem schönen Fleckchen Erde vorbei zu hetzen und über Landstraßen abzukürzen, was sicherlich möglich wäre, denn die Wegweiser für Autofahrer zeigen weniger Kilometer bis zum Dorf an, als unser Wanderführer angibt.

Inzwischen ist sogar Tina der Meinung, die Straße auslassen zu müssen, obwohl für sie die Bergpfade anstrengender sind als für mich. Dafür rennt sie mir auf Straßen im wahrsten Sinne des Wortes davon, während meine Füße auf dem Asphalt kleben bleiben. Morgen haben wir die schwierigste Etappe und dann geht es schon fast wieder bergab.

GR 108 15.08.15 Gabas


Gabas Hotel Vignau

Karte der zwei Wegalternativen
seit dem 12. JH bis zur spanischen Grenze
Hinter unserem Hotel zeigen sich gerade die letzten Sonnenstrahlen des Tages hinter einer Wolke und hinter den Bergen, als wir wieder aus der kleinen Kapelle kommen.

Wie gut, daß wir hier von Laruns aus reserviert haben, so wie es uns in der Tourist-Info geraten wurde. Das Hotel ist voll und das, obwohl gleich zwei unmittelbar neben einander liegen.

Morgen machen wir uns auf den Weg nach Ayous, bis jetzt konnten wir uns immer noch nicht entscheiden, ob wir den Weg über "Col des Moines" oder den Weg über "Col de Peyrelue" nehmen. Die Wirtin hat uns endgültig von dem GR108 über den Col des Moines überzeugt. Sie meinte, der andere (GR108A) führt nur an der Straße entlang und wäre langweilig. Im Hotel ist auch eine Familie mit Kindern, die wahrscheinlich auf dem GR10 sind und wir denken, wenn die das schaffen können wir das auch.

Ein Blick in unsere topografische Karte zeigt uns, daß der Weg zum Refuge d'Ayous gar kein großer Umweg ist, wenn wir uns für zwei Tage vom GR108 trennen und den Rundwanderweg durch den Park nehmen, der uns dann irgendwann wieder auf den GR108 bringt. Wir bitten die Wirtin, für uns in Ayous anzurufen und zu fragen, ob dort Platz für uns ist.

Nein, die Refuge ist voll belegt, aber wir haben Glück, denn Abendessen dürfen wir dort und auf dem Campingplatz unser Zelt aufstellen.

GR108 15.08.2015 Gabas


In Gabas begreifen wir endlich, woher der Pic de Moines seinen Namen hat und warum uns der Weg über den Pass der Mönche führt, Pass der Mönche ist zumindest die Übersetzung von Col des Moines.

Im 12. JH., genauer gesagt seit dem Jahr 1120 war diese kleine Kapelle in Gabas der letzte Ort vor der Überquerung der Bergkette, die als gefährlich galt. Dort wurden die Pilger von den Mönchen aus Sainte Christine du Somport abgeholt um sie über die Berge zu führen.

Hier hielten die Pilger ihre Andacht und beteten für ihre sichere Überquerung der Pyrenäen.


14.08.2015 GR108 Louvie-Juzon bis Eaux-Chaudes

Heute morgen mußten wir unsere Regencapes auspacken und Tina gelingt es, mich von der Straße zu überzeugen. Die Wege auf dem GR sind einfach zu glitschig für meine Schuhe. Tina hat damit weniger Probleme, ihre Sohlen sind besser als meine. Ich hatte mir voher meine Schuhe von meinem Schuster neu besohlen lassen und der hat scheinbar keine Ahnung von französischen Weitwanderwegen. 
Ab Luvie-Luzon sehen wir immer öfter die Jakobsmuschel und auch der blau-gelbe Streifen zeigt uns an, wo der Jakobsweg vom GR abweicht. Der Jakobsweg wählt eher die leichtere Variante als der GR und eine exakte Beschreibung zur Beschilderung habe ich gerade entdeckt, als ich für das nächste Jahr nach Informationen für einen anderen Weg recherchiert habe. Die Ausschilderung wird als "Balisage" bezeichnet.

GR108 14.08.2015 Louvie-Juzon bis Eaux-Chaudes

Bis zur Mittagspause waren wir in einer Wolke, erst in Laruns wurde das Wetter besser, deshalb blieben wir bei der gelb-blauen Markierung und damit auf der geteerten Straße. Die letzten 5 km hinter Laruns waren bis jetzt die schönsten, aber auch die schwierigsten. Es ging über eine hohe Brücke über den Fluss, der reißend unter uns durchfloss und die Steigung hat uns gereicht.

Tina hatte einige Male ordentlich Schwierigkeiten mit ihrer Puste und ich mit den glitschigen, bemoosten Steinen, es ging einige Male unter umgestürzten Bäumen hindurch oder darüber hinweg, hier mussten wir das erste mal den Rucksack absetzen.

An einer Stelle konnten wir den Weg nur erahnen und an anderer Stelle waren wir froh, daß wir uns dort durch ein Seil absichern konnten. Kurz vor Eaux-Chaudes ist der Weg so steil und glitschig, daß ich nur auf allen vieren vorankam, trotz aller Bedenken hatte Tina keine derartigen Probleme.

GR108 14.08.2015 Louvie-Juzon bis Eaux-Chaudes

Die letzten Kilometer bis Eaux-Chaudes waren bisher die schönsten, aber auch die schwierigsten. Es ging über eine (hohe) Brücke über den Fluß, der reißend unter uns durchfloss. Die Steigung hat uns heute schon gereicht. Es ging einige Male unter umgestürzten Bäumen entlang, durch deren Baumkronen wir durchklettern mussten und an einer anderen Stelle konnten wir den Weg nur erahnen.
An einer anderen Stelle waren wir froh, daß wir uns durch ein Seil absichern konnten, welches am Hang für diesen Zweck befestigt war und kurz vor Eaux-Chaudes war der Weg so steil und glitschig, daß ich nur auf allen Vieren vorankam.

Trotz allem sind wir pünktlich vor 16:00 Uhr angekommen.

GR108 14.08.2015 Louvie-Juzon bis Eaux-Chaudes

 

Unsere Dörfer unterwegs waren:
Louvie-Juzon bis Ribalore (Comune d'Iseste) 3 km
Iseste bis l'Ayguelade und bis Béon 4,5 km
Béon bis Aste und weiter bis Laruns ca 5 km

Mittagspause haben wir gemütlich in Laruns gemacht und das Tagesmenü gewählt. Weil das Wetter bis zu diesem Zeitpunkt immer noch nass war, habe ich mich nicht gegen die Abkürzung über die Straße kurz vor Laruns gewehrt, der Jakobsweg nimmt sowieso diese kürzere Strecke. Nur der GR macht den Umweg über Béost und Assouste.

GR108 14.08.2015 Aste-Béon bis Laruns

 In Aste-Béon müssen wir unsere Regencapes wieder auspacken, es fängt an zu nieseln, aber das stört uns kaum. Es war zwar morgens bis ca. 11:00 nebelig und manchmal nieselte es, aber dicke Regentropfen haben wir nicht abbekommen. Dafür fühlten wir uns wie im Märchen, weil alles um uns herum dick mit Moos bewachsen war. Leider rutschten meine Schuhe auf diesen Wegen immer wieder weg, ich musste auf jeden Schritt aufpassen, um nicht umzuknicken.
Tina nutzte ihre Verschnaufspausen um Brombeeren zu naschen. Übrigens ist dieser Weg sowieso ein kulinarisches Erlebnis für unsere norddeutschen Gaumen. Das viele frische Obst, insbesondere die Pfirsiche und Nektarinen haben uns bis Louvie-Juzon begeistert und im Vallée d'Ossau wuchsen uns die Brombeeren quasi in den Mund.

GR108 14.08.2015 Laruns bis Eaux-Chaudes

Die Dörfer hier auf dieser Strecke hören sich alle gleich an, anfangs habe ich Assouste immer mit Artouste verwechselt, Béost, Béon und Béan konnte ich gar nicht zuordnen.

Glücklicherweise konnten wir in Laruns in der Tourist-Information ein Pilgerzimmer im Hotel von Eaux-Chaudes buchen und haben gleich in Gabas ein Hotelzimmer reserviert.
In Eaux-Chaudes stellte sich heraus, dass beide "Herbergseltern" verwandt oder zumindest befreundet sind. Leider konnten wir nicht alles verstehen, was uns unterwegs so alles erzählt wurde.

GR108 14.08.2015 Eaux-Chaudes


Heute geben wir alles wieder aus, was wir bisher an Übernachtungskosten eingespart haben. Bisher konnten wir in Kirchengemeinden übernachten und hatten dementsprechend wenig Ausgaben, aber hier in Eaux-Chaudes hatten wir zwar ein Pilgerpreis, aber Supermarkt zur Selbstversorgung oder andere Einkaufsmöglichkeiten gibt es nicht.
Von dem heißem Wasser, welches durch den Ortsnamen uns versprochen wurde, hatten wir leider nichts. Es gibt zwar ein Kurbad, welches aber nicht geöffnet hatte. Insgesamt sieht der Ort etwas verfallen aus, wie ein übrig gebliebenes Kurbad aus dem letzten Jahrhundert, welches man vergessen hat.

GR78, 13.08.2015 Mifaget über Sainte-Colome bis Louvie-Juzon

irgendwo hinter Mifaget
Gestern sind wir gut in Mifaget untergekommen, nachdem wir uns über eine Stunde vor der Kirche herumgetrieben hatten. Unsere Wasserflaschen waren leer, wir waren durstig und niemand in Sicht. Tina roch Grillfleisch und dadurch fand sie jemand, der uns mit einer großen, gutgekühlten Wasserflasche aushalf. Wir fragten in unserem gebrochenen Französisch, wo wir inser Zelt aufstellen könnten und die Frau zeigte uns den Dorfplatz. Allerdings kam sie etwa 10 Minuten mit ihrem Mann und ihrem Schwager wieder zu uns und warnte uns vor einem Gewitter. Unser Zelt würde am nächsten Morgen schwimmen und das wollte sie uns nicht antun.
irgenwo hinter Mifaget

Kurz darauf erschien die Frau von der Kirchengemeinde und brachte uns den Schlüssel zur Gemeindeunterkunft.Es gab eine super bequeme Luftmatratze und fließend Wasser.

Wie gut, daß Tina in Bruges das Brot beim fahrenden Bäcker gekauft hat, zu Essen hätte es sonst in Mifaget nichts gegeben. Unsere Notration besteht aus trocken Brot, leckeren getrockneten Feigen und kaltem Kaffee. Ok, bei dem Wetter ist das fast wie Eiskaffee.

GR78 13.08.2015 Mifaget bis Louvie-Juzon

Morgens sind wir gut in Mifaget gestartet und dank der vorhandenen Luftmatratze in der Herberge hatte ich zwei Isomatten zur Verfügung.

Abends in Juvie-Luzon angekommen macht Tina sich riesige Sorgen als sie sich die Höhenprofile der nächsten Tage ansieht. Die Profile sagen aus, daß wir dort durch eine Schlucht müssen und zwar steil runter und gleich wieder hinauf. Ich bin der Überzeugung, daß meine Höhenprofile falsch sind, denn eine grobmotorische Computermaus ist nun mal kein detailgetreues gps-Gerät.

Das Profil ist zwar falsch, aber die Schlucht gibt es trotzdem, aber dazu später mehr auf der Etappe vor dem Somportpass.

Jedenfalls bereue ich kurzzeitig, die Höhenprofile aus meinem Computer gezogen zu haben. 

GR78 und GR 108 13.08.2015 Mifaget bis Louvie-Juzon

mein letztes Foto vom GR 78

mein erstes Foto vom GR 108

Der GR 108 ist noch schöner als der GR 78 und ich muss Tina davon überzeugen, nicht über die Straße abzukürzen. Sie macht sich ordentlich Sorgen wegen der Höhenmeter und für mich ist die Teerstrasse die Hölle. Obwohl meine Trekkingstöcke fast durchbrechen, weil die Bindung kapputt ist.

Heute haben wir die ersten Postkarten geschrieben, allerdings zuwenig Porto draufgeklebt. Das bemerkten wir aber erst zwei Tage später, unsere Karten waren schon längst im Briefkasten.Die Dörfer bestehen hier aus einem Kiosk mit angeschlossener Bar, einem Bäcker und einer Kirche, manchmal kommt noch eine Bushaltestelle hinzu.

Bis jetzt gibt es mehr Herbergen als erwartet, unterwegs haben wir immer wieder die "Gîtes de France" ausgelassen, die auch nicht in unserer Beschreibung stehen. Bis jetzt hätte ich mein Zelt sehr gut zu Hause lassen können.

Nach einer kurzen Mahlzeit im Dorf konnten wir sogar in der Kirchenherberge duschen! Ein kleiner Rundgang zeigte uns, daß Arudy in unmittelbarer Nachbarschaft von Louvie-Juzon liegt.

Kurz vor Louvie-Juzon ist der Abweig zum Voie d'Ossau GR108, allerdings scheint es noch eine zweite Verbindung zum GR78 zu geben, denn am folgenden Tag sehen wir noch einen Wegweiser, der nach Arudy zum GR78 zeigt.

GR108 13.08.2015 Louvie-Juzon

Vielleicht täuscht mich mein Gedächtnis auch, aber demnach ist das die Kirche, vor der wir uns über eine Stunde herumgetrieben haben bis wir jemanden gefunden hatten, der uns mit Trinkwasser aushelfen konnte.

Voie du Piémont GR 78


GR78 12.08.2015 Lestelle-Bétharram - Asson - Bruges

 Bisher ist der Weg eine super Entscheidung gewesen. Wären die Berge nicht in Sichtweite und wäre es nicht so warm, dann ist es fast wie zu Hause. Naja, ab und zu gibt es Palmen in den Vorgärten, solche Pilze wie diese haben wir auch nicht und heute ist die erste etwas anstrengendere Etappe. Nur etwas seltsam, daß die Jakobsmuschel so selten auftaucht, dafür umso öfter der rotweiße Balken
Die heutige Etappe führt uns von Lestelle-Bétharram nach Asson (7,8 km) und weiter nach Bruges 5,7 km.

GR78 12.08.2015 Lestelle-Bétharram Richtung Asson


 Oben beim Kreuzweg finden wir wieder ein kleines Steinmännchen, welches uns den Weg weist. Sehr gut - die rot.weiße Markierung hätten wir sonst übersehen. Hinter dem Gebäude führt uns der  Weg weiter durch den Wald.
An dieser Stelle weiß ich noch, wo ich das Foto gemacht habe. Für andere Fotos bin ich aber auf das Speicherdatum angewiesen und mit Hilfe meines Tagebuches kann ich dann nachsehen, auf welcher Etappe welches Foto entstanden ist. Trotzdem gelingt es mir nicht immer, genau die Zuordnung zu treffen. Dafür haben wir einfach zuviele interessante Eindrücke gewonnen.

GR78 12.08.2015 Asson bis Bruges

Der Waldweg hier gehört zu den Fotos, die ich nicht mehr ganz exakt zuordnen kann, ebenso das Foto mit der schönen Aussicht. Insgesamt haben wir an diesem Tag sehr wenig Fotos gemacht. Es war einfach zu heiss und zu hell.

Um 14:30 sitzen wir nach etlichen Pausen unterwegs im Café in Bruges und das ist für diesen Tag die erste Möglichkeit, auf einem Stuhl zu sitzen und Kaffee zu trinken, weil in Asson alles zu war. Dienstags ist in Frankreich in den Gaststätten alles dicht, deshalb haben wir unterwegs die Brombeersträucher geplündert.

Der Weg war wieder wunderschön, insbesondere der Kreuzweg heute morgen. Trotzdem: Meine Füße qualmen, es erscheint uns irre heiß obwohl nur 24 Grad sein sollen. Tinas Füße sind scheinbar in Ordnung, sie rennt ständig voraus und hat von dieser Tagesetappe wahrscheinlich etliche Fotos.